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Singapur - das Land der kühnen Pläne

Singapur verabschiedete schon 1981 einen nationalen Plan zur Computerisierung. Heute ist der Inselstaat die Start-up-Metropole Asiens und für viele Unternehmen das Tor nach Südostasien. Und für die UNITED GRINDING Group noch mehr als das.

Das Meer kann man riechen und in der Ferne Jurong Island sehen. An der International Business Park Road, unweit der Meeresstraße von Singapur liegt die Niederlassung von Walter Ewag Asia Pacific Pte. Ltd., der Arbeitsplatz von Michael Schmid. «Der Inselstaat ist innovativ, dynamisch und reagiert sehr schnell auf Veränderungen», schwärmt der Managing Director vom dortigen Wirtschaftsklima. Der 5,7 Millionen Einwohner zählende Stadtstaat fasst gern kühne Pläne, schon 1981 wurde der «Nationale Plan zur Computerisierung» beschlossen. Die künstliche Insel Jurong entstand Ende der 1990er-Jahre durch Landaufschüttungen im Rahmen des Projektes, den Stadtstaat zur ersten Adresse in Asien für multinationale Chemieunternehmen zu machen. Der Plan ging auf: Heute ist Singapur der weltweit fünftgrößte Exporteur von Raffinerie-Produkten und gehört gemessen am Außenhandelsvolumen zu den zehn größten Chemie-Drehscheiben.

Erste Smart Nation der Welt

Ein weiterer kühner Plan wurde 2014 beschlossen: Die Insel soll zur weltweit ersten Smart Nation werden. Persönliche Behördengänge gehören in der Stadt heute schon der Vergangenheit an, und von einer Internet-Verbindungsgeschwindigkeit von 135 Megabit pro Sekunde kann man in vielen europäischen Ländern nur träumen. In Zukunft soll die Insel vollständig digitalisiert sein. Das Verkehrsministerium plant, bis 2030 drei Distrikte mit autonomen Fahrzeugen auszustatten, und bald soll in der ganzen Stadt nur noch digital bezahlt werden.«Für die industrielle Entwicklung, die Europa in 150 Jahren gemacht hat, brauchte Singapur gerade mal 50 Jahre», erklärt Dr. Tom Ludescher, Chairman der Schweizer Handelskammer im Stadtstaat. Staatsgründer Lee Kuan Yew war sich bewusst, dass die Insel an der Südspitze Malaysias außer seiner verkehrsgünstigen Lage und dem Hafen nur die Tatkraft und den Erfindungsreichtum seiner Bürger hatte. Und er entwickelte die Stadt zu einem der Wirtschaftszentren Südostasiens. Vorbild war für ihn dabei Europa.

Hochqualifizierte Arbeitskräfte

Das Land, das mit einer Fläche von 710 Quadratkilometern gerade dreimal so groß ist wie Frankfurt am Main, tut viel, um ein unternehmerfreundliches Klima zu schaffen. Dabei spielen zahlreiche Elemente eine Rolle, erklärt Ludescher: «Transparenz, keine Korruption, Rechtssicherheit und Vertragstreue.» Das mache das Wirtschaften in Singapur für europäische Unternehmen einfach und berechenbar. «Vertragsverhandlungen laufen hier, wie man es aus der Europa oder Nordamerika kennt.» Weitere Faktoren sind die günstigen Unternehmenssteuern und die exzellenten Universitäten. Wissenschaft und Wirtschaft forschen Hand in Hand. «Der Staat stellt Finanzierungen für Forschung und Entwicklung zur Verfügung», ergänzt Michael Schmid von Walter Ewag Asia Pacific Pte. Ltd.. Nicht wenige der Hochschulabsolventen machen sich selbstständig und gründen Start-ups – und kommen dann in den Genuss zahlreicher staatlicher Förderungen. 50.000 Start-ups soll es inzwischen in der Stadt geben.

Größter Containerhafen der Welt

Was bei der Staatsgründung schon von Vorteil war, ist es heute umso mehr: die verkehrstechnische Lage Singapurs. Der Hafen ist der größte Containerumschlagplatz der Welt und liegt günstig am Seeweg von China und Japan nach Europa. «Außerdem gibt es sehr gute Flugverbindungen etwa nach Deutschland und in die Schweiz. Und viele südostasiatische Länder sind innerhalb von zwei Stunden zu erreichen», erklärt Ludescher. «Viele Unternehmen nutzen die Stadt als Hub und haben in Singapur eine Sales- und Service-Organisation aufgebaut.» So wie bei WALTER und EWAG. «Wir betreiben hier ein Sales Office, ein Demo Center, ein zentrales Lager und ein Customer-Care-Office», erklärt Schmid. Sein Team von 30 Mitarbeitern betreut von hier aus zusätzlich die asiatischen Staaten Indonesien, Malaysia, Südkorea, Taiwan und Thailand sowie Australien und Neuseeland.

Singapur - Stadtstaat der hohen Ansprüche

STUDER-Kunden haben in Area Sales Manager Roberto Alfonsi einen Ansprechpartner, der alle zwei bis drei Monate vor Ort ist. Außerdem ist ein STUDER-Servicetechniker im Office an der International Business Park Road untergebracht: David Lee arbeitet als Second Level Supporter für alle südostasiatischen Märkte und betreut von hier aus unterschiedliche Kunden aus den Bereichen Luftfahrt, Formenbau und Maschinenbau. Gemeinsam garantieren sie die Versorgung eines kleinen, aber anspruchsvollen und innovationsgetriebenen Marktes. Und profitieren auch selbst davon. Oder, wie es Michael Schmid zusammenfasst: «Die hohen Ansprüche in Singapur in Bezug auf Innovationen, Produktivität und Qualität, die Herausforderung, schnell und flexibel zu agieren und der Hunger nach neuen Technologien – das macht Singapur für uns zur idealen Umgebung, die uns antreibt, immer auf dem Laufenden und dadurch weiterhin im gesamten asiatischen Raum erfolgreich zu sein.»

Globale Player produzieren vor Ort

Welche Bedeutung hat Singapur für STUDER?

Singapur ist ein relevanter Markt für uns, viele Kunden haben eine Produktion vor Ort. Das wichtigste Marktsegment für uns ist die Luftfahrt, alle großen Player in dem Bereich produzieren in Singapur.

 

Welches sind die Charakteristika des Marktes in Singapur?

Neben der Luftfahrt sind Maschinen- und Formenbau die wichtigsten Branchen. Nachgefragt werden alle Maschinentypen. Die in einem breiten Spektrum einsetzbare S33 ist eine der beliebtesten auf diesem Markt. Im Servicebereich ist unseren Kunden eine Verfügbarkeit rund um die Uhr sehr wichtig.

 

Welchen Service bieten Sie vor Ort?

DKSH ist unser Vertriebspartner mit eigenen After-Sales-Technikern, die in unserer Service Academy ausgebildet wurden. Vor Ort betreiben sie auch ein kleines, spezifisches Ersatzteilelager. Die DKSH-Techniker werden durch unsere eigenen Techniker unterstützt (Second Level Support).

Anspruchsvoll und exportorientiert

Welche Bedeutung hat Singapur für WALTER und EWAG?

Singapur ist ein kleiner, jedoch sehr interessanter und anspruchsvoller exportorientierter Markt. Unsere Kunden hier stammen hauptsächlich aus den Branchen Luftfahrt, Elektronik und Öl & Gas.

 

Inwieweit ist Singapur auch als Hub zu den südostasiatischen Märkten relevant?

Wir betreuen von hier aus nicht nur die südostasiatischen Länder, sondern etwa auch Südkorea und Taiwan. Singapur ist dafür durch seine zentrale Lage, eine gute Infrastruktur, eine sehr schnelle Zoll-abwicklung und einen Pool an sehr gut ausgebildetem Personal ideal geeignet.

 

Welche Maschinen werden besonders nachgefragt?

Wir verkaufen durchweg alle Maschinen aus unserem Portfolio. CNC-Maschinen für kleine oder große Werkzeugdurchmesser machen das Hauptgeschäft aus. Automationslösungen werden immer wichtiger, kaum noch eine Maschine wird ohne automatisches Ladesystem ausgeliefert. Und da in dem Markt die Qualitätsansprüche steigen, werden auch unsere Messmaschinen stark nachgefragt.

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